Staat: Teil 1

Heutzutage werden in der öffentlichen Gesellschaft, Politik und in vielen anderen Bereichen, in denen Menschen interagieren, Vokabeln in den Gesprächen verwendet, die für nahezu alle selbstverständlich erscheinen. Die Politikdarsteller verwenden immer Begrifflichkeiten, ohne diese im Speziellen zu definieren. Viele Begriffe, die im aktuellen Volksvokabular enthalten sind, haben ihre ursprünglich Bedeutung völlig verloren und werden sozusagen missbraucht. Wir haben die Situation, dass viele für die Verständigung wichtige Begriffe einer Institutionalisierung unterliegen und bei Anwendung entweder Aversionen gegenüber dem Sprecher erzeugen oder bereits als so selbstverständlich angenommen werden, dass niemand mehr hinterfragt, welchen Ursprung diese Formulierung hat und mit welcher Konnotation dieses Wort behaftet ist. Natürlich ist es in unserer schnelllebigen Zeit nicht mehr möglich erst bei den Ursprüngen dieser Wortschöpfung und deren Bedeutung anzusetzen. Stattdessen verwendet man diese Schöpfungen in allen möglichen Kontexten, ohne dass überhaupt jemand versteht, was es mit diesem Begriff auf sich hat, wo er herkommt, wann er entstand, was er bedeutet und wozu er eingesetzt wird und was die Unterschiede zwischen damals und heute sind. Ganz besonders wichtig ist zum Beispiel eine klare Definition des Begriffes „ Staat“.

Was ist ein Staat? Wie entsteht ein Staat? Wodurch erhält ein Staat seine Dignität? Wie kann die Diskrepanz zweier Herrschaftssysteme in einem Staatsgebiet entstehen und aufrechterhalten werden? Nutzt ein Staat vielleicht die Determination seiner Bevölkerung aus? Kann ein Staat für die Freiheit seiner Bürger sorgen? Lässt ein Staat Autarkie zu? Sind Staaten souverän? Wie entsteht ein Staat und warum entsteht er? Wer ist Staat? Ist ein Gesellschaftsvertrag das Band, mit dem Staat und Volk zusammengehalten werden?

Nahezu alle Fragen werden nicht mehr beantwortet und können es vielleicht auch gar nicht, deswegen ist es sehr wichtig, sich mit den grundlegenden Begriffen des Zusammenlebens der Menschen auseinanderzusetzen und dazu zählt man als Fundament den Staat.

Zunächst einmal muss man festhalten und ergründen, weshalb ein Staat überhaupt entstehen muss. Nach Platon finden sich Menschen in einem Kollektiv zusammen, weil sich der Einzelne nicht selbst genug ist und vieler anderer Helfer bedarf, um die eigenen Existenz aufrechtzuerhalten. Die Menschen beschließen also aus einem einzigen Grund, nämlich der gegenseitigen Bedürfnisbefriedigung, zu einer Wohnsiedlung zusammen zu finden, die man nun Staat nennt. Der Grund dieser Gegenseitig beruht darauf, dass der Einzelne nicht alle seine Bedürfnisse alleine befriedigen aber trotzdem die Bedürfnisse eines Anderen erfüllen kann. Innerhalb der Siedlung gibt es mehrere Menschen und jeder trägt aufgrund seiner Fähigkeiten dazu bei das jeder mit ausreichend Mittel zur Existenz ausgestattet ist. Betrachten wir die Existenzbedürfnisse einmal und nennen sie beim Namen.

  1. Beschaffung von Nahrung
  2. Beschaffung einer Wohnstätte
  3. Beschaffung von Kleidung

Eine Definition im Einzelnen ist hier nicht wichtig, denn es geht nur darum, dass diese Bedürfnisse existieren, wie sie speziell aussehen ist zunächst nicht relevant. Wir haben also nun unser Kollektiv, deren Vertrag es ist, sich gegenseitig bei der Bedürfnisbefriedigung zu helfen. Hier ist es angebracht festzuhalten, dass es nicht nur einen Staat gibt, sondern viele in anderen geografisch nicht exakt definierten Gebiet. Geht man nun also mit den Überlegungen weiter, finden wir nach kurzer Denkzeit ein weiteres Problem. Nämlich jenes der verschiedenen Klimazonen. Jeder Staat ist einem bestimmten Klima ausgesetzt, welches Einflüsse auf die Vegetation hat. Jede Vegetation kann nur eine kleine Anzahl an Ressourcen aufweisen, die zur notwendigen Existenzsicherung nötig sind. Ist eine Ressource erschöpft muss man andere Staaten aufsuchen, die diese Ressourcen oder ähnliche besitzen. Hier findet nun zum ersten Mal eine Konfrontation zweier Staaten und deren Bewohner statt. Man kann keinen Staat in einer Gegend anlegen, wo er nicht auf Einfuhren aus anderen Staaten angewiesen ist. Es werden also Personen benötigt, aus eben diesen Staaten, die unserem Staat die Dinge zuführen, derer er benötigt. Es entsteht ein Grundgedanke des Handelns zwischen zweier Staaten. Man kann nun aber nicht losziehen und Ressourcen aus anderen Staaten abziehen, sondern man muss eine Gegenleistung in Form von Bedürfnissen erbringen, die der jeweils zum Handeln ausgesuchte Staat dringend benötigt. Erst nach Übergabe dieser, kann man eine Ressource abziehen. Die zum Handeln erzeugten Güter muss man nun nicht nur für den eigenen Bedarf herstellen, sondern auch nach Art und Menge, wie es der Staat, mit dem man im Tauschverkehr steht, vorsieht. Die Güter, die man selbst in seinem eigenen Staat herstellt, muss man nun auch den anderen Mitgliedern des Staates zur Verfügung stellen und dies ist nur über einen Markt möglich.
Dieser Markt bekommt eine Währung als gültige Marke für den Tausch.
(Wie die Herstellung der Münze im Detail vonstatten geht, wird noch dargestellt.)
Wir haben nun also einen Staat, der es seinen Mitgliedern möglich macht, die Existenz aufgrund gegenseitiger Hilfe zu sichern und bei Verlust oder nicht Vorhandensein eines Gutes zur Befriedigung, Kontakt zu anderen Staaten aufzunehmen, mit diesem ausgeglichen Handel zu treiben und wir haben einen Markt, auf dem die Mitglieder eines Staates die Möglichkeit besitzen ihre Waren untereinander mitzuteilen. Als Tauschmittel benutzt man Münzen.
Man hat eine gegenseitige Bedarfsbefriedigung sichergestellt. Platon beschreibt diesen Zustand als eine „ gesunde Stadt“.

Eine Eigenart des Menschen ist es, sich nicht nur auf das Notwendigste zum Leben zu beschränken, sondern er entwickelt bei gesicherter Erfüllung seiner Bedürfnisse einer Stufe, den Drang nach Befriedigung anderer nicht existentieller Bedürfnisse, er Bedarf eine Befriedigung individueller Coleur. Der Staat muss also wachsen und den Zustand der „gesunden Stadt“ aufheben und diesen verlassen, wohl bemerkt, es geschah von seinen einzelnen Mitgliedern aus.
Wir müssen hier, bevor wir die weitere Entwicklung des Staates betrachten, zunächst einmal darauf schauen, wie das Zusammenleben geregelt ist. Sprich, wir benötigen Regeln, die das Zusammenleben bestimmen. Dieses Prozedere ist schwierig zu fassen, jedoch lassen auch einfache Überlegung eine mögliche Lösung entstehen. Betrachten wir den Wunsch auf Leben, haben wir schon eine erste Regel,

1. Niemand darf einem Mitglied des Staates das Leben verwehren.

Die Befriedung der Bedürfnisse wurde angesprochen, was einen vorigen Besitz eines Gutes voraussetzt. Ist dieses Gut nicht vorhanden, kann ein Bedürfnis nicht befriedigt werden. Die Regel würde also lauten,

2. Niemand darf einem anderen das Gut zur Befriedigung eines Bedürfnisses entziehen.

Jetzt entsteht ein weiteres Problem. Wie erhalte ich ein Gut? Ich erhalte es, wenn ich mit meiner Fähigkeit dafür sorge, dass jemand anderes eines von mir produziertes Gut zur eigenen Bedürfnisbefriedigung nutzen kann.

3. Jeder Einzelne trägt zu einer kollektiven Bedürfnisbefriedigung bei und erhält dadurch die Möglichkeit, Güter für den Eigenbedarf zu bekommen.

Diese Regeln wurden von jedem Mitglied des Staates akzeptiert, denn jeder ist von der Einhaltung dieser 3 Grundregeln abhängig, woraus eine vermeintliche Stabilität dieser Grundregeln entsteht.
Würde man jetzt weitere Überlegungen anstellen, könnte man feststellen, dass aus diesen 3 Grundregeln weitere Sekundärregeln entstehen. Da aber nun niemand weiß, mit welcher moralischen Grundeinstellung jeder geboren wird, ist es sehr schwierig in diese Richtung Thesen aufzustellen, die das Konzept des Zusammenlebens regeln. Hier muss man jetzt noch den Bereich der Individual- ,wie auch der Massenpsychologie eingehen, Dies würde aber den Rahmen dieses Themas „ Staat“ sprengen, auch wenn dadurch zahlreiche Lücken in diesen Überlegungen zu finden sind. Gehen wir davon aus, dass jedes Mitglied sich an diese Grundregeln hält, schließlich ist dieser Text nur eine  Theorie zum Staatswesen und dessen Entstehung.
Wir standen also kurz davor, unseren Staat aufgrund von erweiterten und neu entstandenen Bedürfnissen expandieren zu lassen. Der Staat greift nun über in die Gebiete der Nachbarn, denn diesen Boden benötigt er für die Befriedigung der neu entstandenen Bedürfnisse. Es entsteht ein Konflikt, denn der beschnittene Staat ist nicht bereit, seine Gebiete abzutreten, daraus folgt ein Zustand des Krieges. Es ist jedoch nicht von Belang, ob dieser Krieg Gutes oder Böses hervorruft, es geht zunächst einmal darum, dass dieser Zustand präsent ist, was für die persönlichen und öffentlichen Verhältnisse eine Quelle des Unheils darstellen kann.

Beschreibt  man nun den weiteren Verlauf des Krieges, würde man die Entstehung eines Staates nicht mehr betrachten, sondern nur die möglichen Konflikte eben jenes und die daraus resultierenden Folgen, welche allerdings wichtig sind für unsere heutige Situation.

Betrachten wir nun zunächst einmal nur wieder den Begriff Staat. Nach den vorangegangen Überlegungen beschreibt der Staat eine Art „Ist – Zustand“ mit einer rechtlichen und materialistischen Situation (Popp 2011), mit derer die Mitglieder eines Staates konfrontiert werden. Innerhalb dieses Staates, nach Platon muss es ein bestimmtes System der Herrschaft geben. Das Wort „ Herrschaft“ besteht aus zwei Teilen, nämlich „ Herr“ und „ Schaft“. Man schafft also einen Herren, welcher eine Form des Regierens bestimmt, um einen reibungslosen Ablauf innerhalb des Staates zu gewährleisten. Dieser Punkt ist besonders wichtig und stark auszuformulieren. Mit dem Beginn eines Herrschaftsapparates entsteht eine Art Zwang- oder Unterdrückungsapparat der die Mitglieder in ihrem freien Handeln einschränkt und somit ihrer Freiheit beraubt. Bereits hier entstehen weitere Fragen mit einem immensen Erklärungsanhang.

Handelt der Herr gerecht, oder ungerecht?
Was ist dies genau, Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit?
Was ist Freiheit und wie definiert sie sich?

Nehmen wir an, dass der Herr, welcher nun eine Regierung innerhalb des Staates darstellt, von einem Volksrat bestimmt wurde. Dieses Phänomen finden wir bei allen Naturvölker, bei denen die Personen in den Stand des Herren erhoben wurden, die man für besonders weise und gut hielt. Bei den Naturvölkern heißen diese Personen nun aber nicht Herren, sondern Schamanen, Druiden etc. Jenes war notwendig, weil bestimmte Mitglieder des Staates aus einer Schwäche heraus die 3 Grundregeln nicht beachteten. Nach dieser Verletzung der aufgestellten Grundregeln ist man ratlos, weil jede weitere Verfahrensweise eine Regel verletzen würde. Man hat also festgestellt, dass man nach Ausbruch eines Einzelnen in einer Misere gelandet ist, in der man sich ratlos fühlt und bestimmt, dass es eine Gewalt geben soll, die eine Lösung erarbeitet. Die Mitglieder, nennen wir sie nun Volk, autorisieren eine Person oder Personengruppe, die sich mit solchen Gegebenheiten auseinandersetzt und Lösungen präsentiert. Zum allerersten Mal entsteht eine Aversion innerhalb des Staates bei einzelnen Mitgliedern, die dahin geht, dass sie gegen eine Grundregel stellen und diese nicht einhalten. Die Herrschaften müssen nun dieses Mitglied institutionalisieren und dafür Möglichkeiten entwickeln. Wie sollen diese Personen nun Handeln? Handeln sie gerecht und zum Wohle des Volkes oder handeln sie ungerecht und nutzen ihre durch das Volk autorisierte Machtposition aus? Da die Überlegungen Bezug nehmen zur realistischen Lage der heutigen Position müssen wir davon ausgehen, dass die Regierung ungerecht handelt, um ihre eigene Machtposition auszubauen. Um sich vor der Intuition des Volks für Ungerechtigkeit zu schützen, muss die Regierung gerecht scheinen und tut dies durch Ablenkung und Personen, die der Überredungskunst mächtig sind( Platon). Die Ungerechtigkeit wird nun zur Quelle zur Macht. Die Machtposition erlaubt es der Regierung neue Regelungen zu erlassen, nennen wir sie nun Gesetze, denen eine Scheingerechtigkeit innewohnt.

An dieser Stelle werden wir die Ausführung zur Entstehung eines Staates abbrechen, denn jedem von uns ist klar, wie diese Scheingerechtigkeit aussieht und wer sie ausübt und wie sie ausgeübt wird. Es ist an dieser Stelle nicht erforderlich die Gedankengänge weiter auszuführen, da es hier nun lediglich darum geht, ein wenig Struktur in diesem Informationswirrwarr herzustellen. Dennoch wollen wir noch einige angesprochene Aspekte genauer in Betracht ziehen. Die wären:

  1. Was ist Geld heute?
  2. Was ist Freiheit?